Die schöne Nachbarin war auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann. Doch mit der Zeit fand der Mann Frau und Tochter auch in der neuen Wohnung. Als er dort auftaucht, kommt es zum Konflikt. Die Frau erschlägt ihn im Affekt. Ishigami wird zufällig Zeuge der Tat. Er beseitigt die Leiche. Er weiß aber auch, dass Yasuko und Misato dem Druck einer polizeilichen Untersuchung nicht standhalten werden. Was tun? Ishigami setzt einen genialen Plan um, für den er – um die Geliebten zu schützen – selbst zum Mörder wird. Der Krimi wird so zum Wettkampf zweiter Meisterdenker.

Dabei ist die Geschichte am Ende ganz simpel, als Professor Yukawa seinem Freund, dem Polizeiinspektor Kusanagi die Lösung erklärt:

„Ishigami muss irgendwie erfahren haben, dass Yasuko Hanaoka ihren Mann umgebracht hat. Darauf hat er beschlossen, ihr zu helfen und das Verbrechen zu vertuschen. Ihm war klar, dass es nicht genügt, die Leiche aus dem Weg zu schaffen. Sobald man sie identifizieren würde, käme die Polizei sofort auf Yasuko Hanaoka. Er bezweifelte, dass Yasuko und ihre Tochter eine polizeiliche Untersuchung überstehen würden. Also entwarf er folgenden Plan:  Er würde einen Mann töten und die Polizei glauben machen, es handele sich um Shinji Togashi (den Ehemann). Dann würde er die Polizei nach und nach herausfinden lassen, wann, wo und wie das Opfer ermordet worden war. Mit fortschreitenden Ermittlungen würden die Verdachtsmomente gegen Yasuko immer schwächer werden. Ganz klar, sie hatte den Mann ja nicht getötet. Ihr habt also gar nicht den Fall Shinji Togashi untersucht, sondern einen ganz anderen Mordfall.“

So hat es der verliebte Lehrer geschafft, die Polizei in die Irre zu führen. Die Spannung entsteht durch das Ringen der beiden Meisterdenker, wenn man so will um das Streben nach kultureller Hegemonie in der Geschichte. Was den Mörder am Ende verraten wird, ist seine Liebe. Die hingebungsvolle Liebe zeigt sich in kleinen Details.  Yukawa hat lange nicht einmal daran gedacht, dass sein alter Studienfreund etwas mit dem Mordfall zu tun haben könnte, in dem er der Polizei hilft. Der Verdacht kommt ihm erst, als die beiden gemeinsam zu dem kleinen Laden gehen, in dem Yasuko Bentoboxen verkauft – abgepackte Essensportionen, die in Japan als Mittagessen im Büro oder als Mahlzeit während der Reise beliebt sind .  Sie stehen vor der Glastür und betrachten ihr Spiegelbild.

„Dabei fuhr er sich mit den Fingern durch das Haar. Das überraschte mich. Ishigami hatte sich früher nie mit seinem Äußeren beschäftigt… Mir wurde klar, dass er sich gezwungenermaßen  Gedanken um sein Äußeres machte, weil er verliebt war.“

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