Mit dem stets freundlichen und feingeistigen David Peace, dem englischen Meister des ambitionierten Thrillers, kann man stundenlang über unhörbaren Grind Core und Death Metal diskutieren, in seinem Debütroman 1974 sind u.a. die Bay City Rollers der Soundtrack zum Buch »Bomben zu Weihnachten und Lord „Lucky“ Lucan auf der Flucht, Leeds United und die Bay City Rollers, Der Exorzist und It ain’t half hot Mum. Yorkshire, Weihnachten 1974«, heißt es da.

Ian Rankin ist als Musikverrückter bekannt, der eigentlich lieber selbst Rockstar geworden wäre, es mit seiner New-Wave-Band aber nicht weit gebracht hat. Dafür lässt er seinen Inspektor Rebus gerne im 60er- und 70er-Jahre-Classicrock schwelgen, während er sich selbst einen Ticken progressiver verortet. »A person’s musical taste says a lot about them … If you are new to the Rebus books you can ascertain his age, class and personality from his listening choices.« (Auf seiner Website gibt es Playlists von Rankin und Rebus:
http://www.ianrankin.net/pages/content/index.asp?PageID=164)

Bei den Skandinaviern scheint es auch eine starke Verbindung von Pop und Crime zu geben. Der Norweger Jo Nesbo spielt als Sänger und Gitarrist seit den frühen 90ern zusammen mit seinem (2013 verstorbenen) Bruder Knut in der Pop-Rockband Di Derre, die dort regelmäßig die Charts aufmischt. Ihr Sound: nennen wir es mal die BAP aus Oslo.
(http://youtu.be/S95_P4G27jE)

Jussi Adler-Olsen hat sich auch eine Zeitlang an Musik versucht. In jungen Jahren hat er in Bands gespielt, er verehrt Jimi Hendrix, den er noch live gesehen hat. Auch Konzerte hat er eine Zeitlang veranstaltet und dabei manchen Rockstar begleitet. »Ich schreibe am besten mit guter Musik: Pop, Rock, Klassik, solange es gut gemacht ist.«

Demnächst tritt der preisgekrönte schwedische Literat Carl-Johan Vallgren als Autor einer groß angelegten Thrillerserie in Erscheinung. Neben seiner Schriftstellerkarriere ist er in seiner Heimat mit einigem Erfolg als Singer/Songwriter erfolgreich, der bereits sechs Alben veröffentlicht hat; seine Platten erscheinen bei Warner Brothers.
(http://youtu.be/Dm1rHCRj_Dw)

Von James Sallis weiß man, dass er nicht nur preisgekrönte Kriminalromane schreibt und mit Drive die Vorlage zur vielleicht besten Thrillerverfilmung der letzten Jahre gesorgt hat, nein, er spielt auch verflucht gut Banjo. Swing, Country und Bluegrass sind sein Metier, hier ein Link zu einem Beitrag in Denis Schecks Druckfrisch. Die schwarze Gitarre ist übrigens meine, das musste mal gesagt werden.
(http://youtu.be/xB37tmbXfbg)

Cathi Unsworth, die im letzten Jahr mit ihrem bei Suhrkamp erschienenen Krimi Opfer für einiges Aufsehen sorgte, begann ihre Karriere als Musikjournalistin beim legendären Sounds und später Melody Maker. Sie gab auch ein eigenes Magazin namens Purr heraus, das heute hoch gehandelte EPs von Underground-Bands wie Gallon Drunk, Tindersticks, The God Machine oder Therapy? beilegte. Ihr zweiter Roman The Singer spielte in der Londoner Punkszene und wurde von John King als »brillant punk-rock murder mystery« bezeichnet. (In diesem Video vom Latitude Rock Festival von 2006 erzählt Cathi über die Verbindung von Rock'n'Roll und Literatur:
(http://youtu.be/PF6h8DANTtw)

zurück weiterlesen