Doch Hauptkommissarin Anna Holt, Kriminalkommissarin Lisa Mattei und die Kriminalkommissare Jan Lewin und Yngve Flykt erweisen sich als ideales Gespann. Mit Gespür und Emsigkeit folgen sie alten Spuren, machen neue Entdeckungen und stechen in ein Wespennest, denn alles scheint auf einen Täter aus den eigenen Reihen hinzuweisen.

     Zeitgleich beschäftigt sich auch der hartgesottene Kriminalkommissar Evert Bäckström erneut mit dem Fall. 1986 hatte er den Rechtsextremisten Victor Gunnarsson als mutmaßlichen Verdächtigen verhaftet, musste ihn jedoch aus Mangel an Beweisen wieder laufen lassen. Inzwischen ist er von der Mordkommission zur Abteilung für die Zuordnung von Diebesgut versetzt worden, wo seine Aufmerksamkeit auf eine Waffe mit einer langen Geschichte gelenkt wird, was eine Reihe weiterer Ermittlungen und Erkenntnisse nach sich zieht.

     Die Aufmerksamkeit richtet sich unter anderem auf Claes Adolf Waltin, den stellvertretenden Leiter des schwedischen Nachrichtendienstes Säkerhetspolisen (Säpo): Zehn Stunden nach der Ermordung Palmes bekam sein Wagen in Tatortnähe einen Strafzettel wegen unerlaubten Parkens auf einem Behindertenparkplatz. Zufall? Wenige Monate später kündigte Waltin. Wenige Jahre später ertrank er während eines Urlaubs im Oktober 1992. Ein Unfall? Suizid? Oder doch Mord?

     In seinem Testament gibt Waltin, der alles andere als eine weiße Weste hatte, den Mord an seiner Mutter zu, außerdem soll er als Student eine Lehrerin vergewaltigt haben und war Mitglied einer 1966 gegründeten Gruppe von Stockholmer Jurastudenten, die den Polizeichef von Stockholm mit einer entsprechenden Menge Schmiergeld überzeugt haben sollen, die Fahndung nach dem Palme-Attentäter in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken…

     Gekonnt bindet Leif G. W. Persson Gerüchte, Spuren, Anekdoten und Verschwörungstheorien ein, während er mit fiktiven Elementen in einer intelligenten Mischung aus Fakten und Fiktionen veranschaulicht, was sich damals zugetragen haben könnte.  Immer tiefer führen die Spuren hinein in Polizei- und Staatsapparat.

     Polizei und Nachrichtendienstmitarbeiter zeichnet er dabei in einem düsteren Licht: Viele haben Dreck am Stecken, nutzen das System für eigene Zwecke; ihre Sprache und Gedanken sind von Gleichgültigkeit, Rassismus und Frauenfeindlichkeit geprägt.  Einen wirklich sympathischen Eindruck hinterlässt niemand. Auch das allerdings unterstreicht den durch und durch realistischen Charakter der Geschehnisse.

     Das  Ende von Perssons intensiver Fallstudie bleibt letztendlich offen. Muss offen bleiben, denn gelöst ist der Fall bis heute nicht.

     Nicht nur das bürgernahe Leben von Politikern, die inmitten der Bürger ohne Personenschutz und Vorsichtsmaßnahmen alltäglichen Verrichtungen und Unternehmungen nachgehen, wird kontrovers betrachtet; auch die Effektivität und Effizienz des Polizeiapparats wird in Frage gestellt.

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