Schräg, skurril und schrullig: Auszeit in Südostasien

Es hat seinen Grund, wenn ein Autor aus dem Westen mitsamt seinen Figuren in den Osten geht: Der in London geborene Colin Cotterill lässt sein Ermittler-Team Ende der 1970er Jahre in Laos, dem einzigen Binnenstaat Südostasiens, eine Handvoll skurrile Morde aufklären. In dem dünn besiedelten kommunistischen Land wartet ein Leben jenseits von Hektik und Stress. Allerdings auch jenseits des technischen Fortschritts und zeitgemäßen Equipments. von Michaela Hövermann

Zerreißproben für die Liebe

Für die meisten Ermittlerinnen und Ermittler im Krimi ist der Beruf Berufung und nicht nur fachlich, sondern auch ethisch eine nie endende Herausforderung. Moralisch standhalten, sich nicht korrumpieren lassen, ein empfindsamer und empathischer Mensch bleiben. Ist das angesichts dessen überhaupt möglich? Oft genug bleibt im Privatleben das Wertvollste, was zwei Menschen verbinden kann, auf der Strecke: die Liebe. von Michaela Hövermann

Zwischen Sorge und Entsetzen

Das Klima aus Entsetzen, Betroffenheit und Besorgnis, das angesichts der Entwicklungen im heutigen Russland vorherrscht, ist mehr als berechtigt. Westliche Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit verlieren zunehmend an Bedeutung in einem Land, in dem der Nationalismus um sich greift und Pressefreiheit nicht garantiert ist. von Michaela Hövermann

Achtung, Suchtgefahr!

Die Sätze sind kurz und griffig, der Stil direkt: Lee Child schreibt schlicht und schnörkellos. Ganz sicher nicht das, was man unter einem anspruchsvollen Kriminalroman versteht, sondern eher das, was in die Kategorie „Guilty Pleasure“ fällt. Aus der Hand geben mag man die Bände, die sich als wahre Pageturner erweisen, dennoch nicht. Der Grund dafür? von Michaela Hövermann

Intellektuelle Überlegenheit als Mordmotiv

Meist bringen die Guten – in aller Regel Polizisten, Privatdetektive oder Journalisten – die Bösen kreativ und raffiniert zu Fall. Doch TV-Serien wie „Breaking Bad“, „Dexter“ oder „Hannibal“ zeigen, dass es auch anders geht: Charismatische Psychopathen nehmen ein für das pathologische Böse, und das Publikum wechselt unter geschickter Führung von Autoren und Regisseuren die Seiten. von Michaela Hövermann

Lizenz zum Töten

Der „Krieg gegen den Terror“ – das wortwörtliche Totschlagargument für zweifelhafte Sicherheits- und Angriffsmaßnahmen seit 2001. Polit-Thriller wie Silvas „Gotteskrieger“ und Ignatius’ „Der Mann, der niemals lebte“ bieten differenziertere Einblicke in Kultur und Religion des „gefürchteten“ Orients, in terroristische Strukturen, aber auch in Überwachungsapparate und die Abgründe kaltblütig kalkulierender westlicher Politik. „Willkommen in Guantanamo“. von Michaela Hövermann

Hinter Glas

In Patricia Highsmiths Roman Die gläserne Zelle wird Philip Carter im Gefängnis ein Opfer von Terror, Folter und Verstümmelung.. Einen anderen Weg schlägt die zu unrecht verurteilte Protagonistin in Die Affen von Cannstatt von Christine Lehmann ein: Camilla Feh, als leibliche Tochter einer mutmaßlichen mehrfachen Kindsmörderin vorverurteilt, nimmt nach ihrer Haftentlassung ein Jurastudium auf. Ein Vergleich von Michaela Hövermann

Abgebrühte Privatdetektive, manipulative Femme Fatales und organisierte Gangsterbanden

Hard-boiled-Kriminalromane durchbrechen das enge Korsett der eher betulich und realitätsfern angelegten britischen „Whodunit“-Rätselkrimis, in denen das Verbrechen als Ausnahmefall und Störung der gesellschaftlichen Ordnung erscheint. Stattdessen findet die amerikanische Großstadtrealität Eingang in die Fiktion. von Michaela Hövermann

Schlaglichter – Ein Blick zurück

Zum Wendepunkt wurde "Der Richter und sein Henker" des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt, eine "Zufallsentdeckung" im doppelten Sinn, in der eine Wette einen der Kontrahenten zum Kriminellen, den anderen zum Kriminalisten werden lässt. Tat und Täter sind bekannt, nur überführt werden kann er nicht. Allein der Zufall entscheidet über Sieg oder Niederlage. Gerechtigkeit lässt sich nicht mit den Mitteln des Systems herstellen. von Michaela Hövermann

Der Horror des Alltags

Kafka mit Stephen King zu vergleichen, geht das? Die schlimmsten Monster – daran lassen weder die Prosa von Franz Kafka noch "Shining" oder "Sie" einen Zweifel – wohnen nicht etwa im Schrank oder unter dem Bett, sondern in den Köpfen der Menschen selbst. von Michaela Hövermann

Zwischen Wahrheit und Mythos

Olof Palme wurde tatsächlich ermordet. Auf De Gaulle soll ein Attentat geplant gewesen sein. Wie verwandeln zwei Schriftsteller die Mutmaßungen über die beiden Anschläge in einen spannenden Polt und wie dicht bewegen sie sich dabei an der Wahrheit entlang.
von Michaela Hövermann

Südländische Lebensart, nostalgisches Flair

Deutsche Schriftsteller in Italien… das hat Tradition. Veit Heinichen führt uns in seinen Kriminalromanen rund um den Ermittler Commissario Proteo Laurenti in das von Pluralismus geprägte Triest an der Adria. Bernhard Jaumanns italienische Krimi-Trilogie spielt in einem winzigen Bergdorf namens Montesecco in den italienischen Marken, wo jeder jeden kennt. Und nur dort können ihre Geschichten spielen.
von Michaela Hövermann

Londons einsamer Rächer

Vor unterlassener Hilfeleistung, der Manipulation von Beweisen, ja, selbst vor Gewaltanwendung und Körperverletzung schreckt er nicht zurück, wenn sich dadurch ein Täter dingfest machen oder komplett aus dem Verkehr ziehen lässt. Manchmal muss man eben das Falsche tun, weil es – so Luthers Logik – richtig ist.
von Michaela Hövermann

Die erstarrte Wut der rebellischen Steine

Fremdenhass, Folter, Krieg: In seinem polar „Djemila“ (1988) wirft der französische Autor Jean-François Vilar einen verstörenden Blick hinter gepflegte Fassaden und zwingt zur Auseinandersetzung mit einem verdrängten Kapitel der jüngeren französischen Geschichte. von Michaela Hövermann