Immer treu

Ohne Ordnung und Berufsverband geht es nicht in Deutschland. Daher gründeten die Gangster in Berlin schon zur Kaiserzeit Hilfswerke – die Ringvereine. Volker Kutscher hat den Verbrecher-Syndikaten in seinen Kriminalromanen aus der Endzeit der Weimarer Republik und den ersten Jahren der NS-Diktatur ein Denkmal gesetzt. So viel deutsche Gangster und dunkle Gestalten aus der Unterwelt gibt es im deutschen Kriminalroman sonst nicht. von Carsten Germis

Amerika ist überall

Der amerikanische Autor James Ellroy hat mit seinem ersten L.A.-Quartett und seiner Underworld-Trilogie die Grenzen des Kriminalromans gesprengt. Er will mit seinen Büchern schildern, was schlechte Menschen für die amerikanische Geschichte geleistet haben. Die liberale Welt sähe anders aus, hätte es nicht die Männer gegeben, die die Drecksarbeit machten. Für Ellroy ist es an der Zeit, einen neuen amerikanischen Mythos zu begründen. von Carsten Germis

Richtiges im Falschen

Mechthild Borrmann und Andreas Kollender nähern sich einer Antwort, indem sie von einer Gruppe Freunde in der NS-Zeit („Wer das Schweigen bricht“) und einem Mann erzählen, der zum Verräter wurde („Kolbe“). Dabei zeigen sie sehr deutlich, dass Geschichte immer ins Heute fortwirkt – in Kriminalromanen bisweilen mit tödlicher Konsequenz. von Sonja Hartl

Im Schatten der Reichsschrifttumskammer

Mit Autoren wie Hansjörg Martin, Irene Rodrian, Friedhelm Werremeier wollte der unter dem Pseudonym –ky schreibende Bosetzky in der alten Bundesrepublik in den 1960er-Jahren eine eigene Form des deutschen Krimis begründen. von Carsten Germis

Von Irland nach Japan

Den Kelten liegt das Erzählen im Blut, heißt es. Und wer je in einem Pub in der irischen Provinz einem alten Geschichtenerzähler gelauscht und dazu ein paar Guinness getrunken hat, der weiß, dass etwas dran ist an dieser Theorie. Aber Krimis? Selbst Iren zucken da oft mit den Schultern. Es stimmt, nicht nur der Noir, der Kriminalroman selbst ist auf der grünen Insel ein vergleichsweise neues Gewächs. von Carsten Germis

Handlungsort Kenia

Das Nachdenken über Identität und Gesellschaft, die sprachliche Sorgfalt und das Bewusstsein für Narrative unterscheiden Mukoma wa Ngugis von Richard Cromptons Romanen: Für Mukoma wa Ngugi ist Kenia mehr als eine exotische Kulisse, die Herkunft seines Ermittlers ist mehr als sein Grund für Außenseitertum und er geht mehr als ein erzählerisches Risiko ein. … von Sonja Hartl

Taffe Frauen, weiche Männer

Dennoch haben Autoren meist eine männliche und Autorinnen eine weibliche Hauptfigur. Man möchte meinen, das eigene Geschlecht liege näher, mache es vielleicht einfacher und die Figuren überzeugender. Jedoch widerlegen Autor/Innen wie Pekka Hiltunen und Fred Vargas diese Annahme. von Sonja Hartl

Frau an der Flasche

Oliver Bottini ist einer der besten deutschen Krimiautoren. Mit seiner Kommissarin Louise Boni hat er es gewagt, die Welt aus der Sicht einer Frau zu schildern. Ganz ohne Klischee geht das wohl nicht. von Carsten Germis

Notausgang

Die Verbindungen sind deutlich zu erkennen: Sjöwall/Wahlöös Protagonisten Beck und Kollberg sind durchschnittliche Menschen, von Beruf Polizisten, die nach und nach erkennen müssen, dass die schwedische Gesellschaft in den 1970er-Jahren und der Kapitalismus menschenfeindliche Systeme sind. Bald – so hofften Sjöwall/Wahlöö – würden diese Systeme zusammenbrechen und sich sozialistische Gesellschaftsformen durchsetzen. Doch zwischen dem letzten Teil „Die Terroristen“ (1975) und Arne Dahls Auftakt der A-Gruppen-Romane (1998) ist einiges geschehen. von Sonja Hartl

The New John Rebus

Ian Rankin hat 1987 mit dem Polizisten John Rebus aus Edinburgh eine der erfolgreichsten Serienfiguren des Kriminalromans geschaffen. 2007 ging der Detecive Inspector eigentlich in Rente – er kehrte zurück aus dem Ruhestand, weil Leser und Kritik es wollten. von Carsten Germis

Thriller und mehr? Über Mike Nicols und Max Annas‘ Südafrika-Bücher

Mike Nicol und Max Annas erzählen in ihren Büchern von dem Südafrika der Gegenwart, einem Land, dessen Gesellschaft weiterhin unter den Folgen der gewalttätigen Vergangenheit leidet. Beide Bücher sind „spannend“, enthalten „Action“ und erfüllen damit die Kriterien, die unabhängig von der Frage, ob eine Einordnung in Genres und Subgenres sinnvoll ist, erfahrungsgemäß mehrheitlich an einen Thriller gestellt werden.
von Sonja Hartl

Komik ist im Krimi (fast) überall

Könnte es also sein, dass gerade der ambitionierte Kriminalroman, der Noir, Komik gut gebrauchen kann? Der Hamburger Autor Robert Brack – oft mit Krimipreisen geehrt und unverdächtig, einer der von der Kritik geschmähten Mainstream-Schreiber zu sein – hat in der Szene nicht den Ruf komisch zu schreiben. Und doch: Mit „Die drei Leben des Feng Yun-Fat“ hat Brack im Februar eine Fortsetzung seiner bislang drei Lenina-Rabe-Kriminalromane geschrieben, die es in Sachen Komik in sich hat. von Carsten Germis

Musterspiele

Das Spiel mit den Mustern des Genres setzt voraus, dass der Leser sie kennt – es ist gewissermaßen ein Humor, der vor allem bei Eingeweihten funktioniert. Durch die Reflexion des Erzählers und seine Ausführungen senkt Colfer diese Hürde ab, dadurch ist seine Komik einfach und direkt. Eine andere Rolle spielen die Muster des Kriminalromans bei Heinrich Steinfest. Komik entsteht in seinen Büchern durch absurde Situationen, in denen die bekannten Elemente des Kriminalromans für Vertrautheit sorgen. von Sonja Hartl

In der Nische des Extremen

Der kleine Festa-Verlag in Leipzig pflegt in Deutschland die richtig harten Psychothriller und dunkele Science Fiction. Auch Krimis sind im Angebot. Dabei ist Festa so etwas wie Pulp in Hochglanzleder. von Carsten Germis

Am Anfang weht der Geist der 68er

Mit dem sogenannten Soziokrimi begann vor einem halben Jahrhundert in  der Bundesrepublik der “neue deutsche Krimi”. Ist das alles nur noch Geschichte oder wirkt der Anfang bis heute nach? von Carsten Germis.

Die Yakuza entdeckt den Casinokapitalismus

Einer der besten Kenner der Yakuza, der japanischen Mafia, ist ein Amerikaner: Jake Adelstein. […] „Er ist wie jemand aus einem Krimi von Raymond Chandler.“ Als wir uns an einem Abend in einem Restaurant in Tokios Ausgehviertel Roppongi treffen, sitzt der Amerikaner versteckt in einer Nische. Ganz in schwarz gekleidet, die Nase leicht schief, seit Gangster ihn einst zusammenschlugen, die schwarzen Haare kurzgeschoren, beobachtet er aufmerksam jeden Neuankömmling. von Carsten Germis

Im Tunnel

Eigentlich sind es nur knapp fünfzig Kilometer Luftlinie zwischen Ramallah und Tel Aviv. Bei freier Straße ist das in weniger als einer Stunde machbar. Verdeck auf. Musik an. Mittags schwimmen am Strand. Nachmittags zur Grillparty hoch in die Berge. Theoretisch. Denn die Straße ist von Kontrollpunkten zerschnitten. Jerusalem und die „green line“ zwischen „Israel proper“ und dem Westjordanland, beides liegt dazwischen. Ein Konflikt, der uns nicht loslässt. von Jörg Walendy

Unterwegs in Bombay – mit Kriminalistik aus Österreich

1947 hat sich Indien von der britischen Kolonialherrschaft befreit. 1964 schrieb Henry Reymond Fitzwalter Keating seinen ersten Krimi mit dem schrulligen indischen Inspector Ghote. Dabei war er nie in dem Land gewesen. Ein klarer Fall von Kolonialismus?
von Carsten Germis

Zwischen Sorge und Entsetzen

Das Klima aus Entsetzen, Betroffenheit und Besorgnis, das angesichts der Entwicklungen im heutigen Russland vorherrscht, ist mehr als berechtigt. Westliche Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit verlieren zunehmend an Bedeutung in einem Land, in dem der Nationalismus um sich greift und Pressefreiheit nicht garantiert ist. von Michaela Hövermann

Reality Check

Was soll das Rätselraten um Täter, Opfer und Motiv vor einem politischen Hintergrund, der jeden als Täter und Opfer erscheinen lässt? Warum soll ich mich für die Ermittlungen des von Rees geschaffenen Omar Jussuf interessieren, wenn wenige Meter neben der „offiziellen Leiche des Romans“ dutzende weitere liegen? Erschlagen von Kassam-Raketen, Drohnen, Präzisionsgewehren oder Fassbomben. Wenn es überall brennt, welche Bedeutung hat dann noch ein einzelner Funke? von Jörg Walendy

Was eigentlich ist spannend bei Altmeister John le Carré?

Und um allen potentiellen Lesern, die diesen Erstling eines Unbekannten zur Hand nahmen, klar zu machen, dass dies hier eine völlig andere Sache war als die erfolgreichen Geschichten eines Ian Fleming, hatte das erste Kapitel die ebenfalls atemberaubend gewöhnliche Über­schrift: "A Brief History of George Smiley" – in der deutschen Erstausgabe von 1963 auch noch mit "Das Curriculum Vitae von George Smiley" übersetzt. Jesus! Als ob einen das interessierte … von Sebastian Kern

Der Staat als Auftraggeber für Mord

Das 21. Jahrhundert entmündigt Individuen durch Datenspeicher und manipuliert die Menschen, indem die Netze ihr Handeln im Vorhinein kontrollieren. Menschen zum Morden zu zwingen ist da nur ein logischer nächster Schritt. Koushun Takami hat in seinem Thriller "Battle Royale" gezeigt, wie diese Zukunft aussehen könnte. von Carsten Germis

Intellektuelle Überlegenheit als Mordmotiv

Meist bringen die Guten – in aller Regel Polizisten, Privatdetektive oder Journalisten – die Bösen kreativ und raffiniert zu Fall. Doch TV-Serien wie „Breaking Bad“, „Dexter“ oder „Hannibal“ zeigen, dass es auch anders geht: Charismatische Psychopathen nehmen ein für das pathologische Böse, und das Publikum wechselt unter geschickter Führung von Autoren und Regisseuren die Seiten. von Michaela Hövermann

Jazz, ein Single Malt und ein Deal mit Amazon

Barry Eislers Romane um den Halb-Japaner John Rain, einen früheren CIA-Agenten und freiberuflichen Auftragskiller, gehören zu den erfolgreichsten Thrillern der letzten Jahre. Auch Musik spielt eine Rolle. Und was passte besser zum Polar als Jazz? Mit dabei: Amerika- und Kapitalismuskritik, nicht immer ganz klischeefrei – und ein bisschen Selbstverlegen mit Amazon. von Carsten Germis

Lizenz zum Töten

Der „Krieg gegen den Terror“ – das wortwörtliche Totschlagargument für zweifelhafte Sicherheits- und Angriffsmaßnahmen seit 2001. Polit-Thriller wie Silvas „Gotteskrieger“ und Ignatius’ „Der Mann, der niemals lebte“ bieten differenziertere Einblicke in Kultur und Religion des „gefürchteten“ Orients, in terroristische Strukturen, aber auch in Überwachungsapparate und die Abgründe kaltblütig kalkulierender westlicher Politik. „Willkommen in Guantanamo“. von Michaela Hövermann

Hinter Glas

In Patricia Highsmiths Roman Die gläserne Zelle wird Philip Carter im Gefängnis ein Opfer von Terror, Folter und Verstümmelung.. Einen anderen Weg schlägt die zu unrecht verurteilte Protagonistin in Die Affen von Cannstatt von Christine Lehmann ein: Camilla Feh, als leibliche Tochter einer mutmaßlichen mehrfachen Kindsmörderin vorverurteilt, nimmt nach ihrer Haftentlassung ein Jurastudium auf. Ein Vergleich von Michaela Hövermann

Japans dunkle Seiten, zweischneidig

Wer tief in die Abgründe der japanischen Gesellschaft blicken will, der kommt an Natsuo Kirinos Thriller „Die Umarmung des Todes“ nicht vorbei. Mit den Augen von Frauen aus der Unterschicht zeigt sich ein Land, das ganz anders ist als die gängigen Klischees.
von Carsten Germis

Wie ein Faustschlag ins Gesicht. Morte villana, die pietà nemica ...

Der Mann war ein italienischer Gewaltverbrecher und Serienkiller. Brutal, klischeehaft düster-mediterran. Jedenfalls, wenn man der Berichterstattung zu seinem Fall glauben will oder ihn schnell skizzieren muss und dabei mit klassischen Versatzstücken spielt. Geboren am 3. April 1962 in Mestre, gestorben am 23. Mai 1988 in Vicenza. Mit dem Gesicht in einer Plastiktüte. Der reale Fall und der dramaturgische Umgang damit. Das hat mich zum Kriminalroman gebracht. von Jörg Walendy

Schlaglichter – Ein Blick zurück

Zum Wendepunkt wurde "Der Richter und sein Henker" des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt, eine "Zufallsentdeckung" im doppelten Sinn, in der eine Wette einen der Kontrahenten zum Kriminellen, den anderen zum Kriminalisten werden lässt. Tat und Täter sind bekannt, nur überführt werden kann er nicht. Allein der Zufall entscheidet über Sieg oder Niederlage. Gerechtigkeit lässt sich nicht mit den Mitteln des Systems herstellen. von Michaela Hövermann

Der Horror des Alltags

Kafka mit Stephen King zu vergleichen, geht das? Die schlimmsten Monster – daran lassen weder die Prosa von Franz Kafka noch "Shining" oder "Sie" einen Zweifel – wohnen nicht etwa im Schrank oder unter dem Bett, sondern in den Köpfen der Menschen selbst. von Michaela Hövermann

Der Böse geht, das Böse bleibt.

Es ist die Nacht vom 8. auf den 9. November 1932. Zwei Tage zuvor hat die NSDAP ihre erste Wahlniederlage erlitten. Kommissar Stefan Soetting wird nach Weimar geholt. Er kennt den Toten, der da erschlagen auf dem Bett im Hotel Elephant liegt: Es ist Adolf Hitler.
von Carsten Germis

Als ich einmal James Ellroy interviewen sollte

Dass ein nicht stattgefundenes Interview womöglich dazu führt, dass die Fragen im Kopf, sich aus den Antworten früherer Interviews zusammenstellen, dazu kam es in einem Kölner Hotel, als James Ellroy einfach nicht auftauchen wollte.
von Wolfgang Franßen

Zwischen Wahrheit und Mythos

Olof Palme wurde tatsächlich ermordet. Auf De Gaulle soll ein Attentat geplant gewesen sein. Wie verwandeln zwei Schriftsteller die Mutmaßungen über die beiden Anschläge in einen spannenden Polt und wie dicht bewegen sie sich dabei an der Wahrheit entlang.
von Michaela Hövermann

Tokios Mann für die speziellen Morde

Tokio besitzt die niedrigste Mordratte auf der Welt, bei der Spurensicherung bis hin zur DNA-Analyse technisch weit voraus. Warum man in Tokios schmalen Betten womöglich beruhigter schlafen kann als in unseren europäischen Metropolen, davon erzählt Kenji Ohno, Superintendent bei der Tokyo Metropolitan Police.
von Carsten Germis

Tokio, reloaded

Für den preisgekrönten englischen Krimiautor David Peace ist der Ort, an dem seine Romane spielen, mindestens so wichtig wie der Plot. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher, als in seiner Trilogie über die japanische Hauptstadt Tokio.
von Carsten Germis

Zuhause im Gestern

Malet gilt in Frankreich als Begründer des modernen französischen Krimis. Vor allem wegen seiner "Schwarze Trilogie". Aber er erfand auch Nestor Burma, um ein städtisches Reißbrett mit Morden zu füllen, mit ihm Arrondissement um Arrondissement Paris zu erobern und mit einer gewissen Nonchalance und einer Prise Hard-Boiled und Noir auf die Suche nach der Gerechtigkeit zu gehen.
von Wolfgang Franßen

Südländische Lebensart, nostalgisches Flair

Deutsche Schriftsteller in Italien… das hat Tradition. Veit Heinichen führt uns in seinen Kriminalromanen rund um den Ermittler Commissario Proteo Laurenti in das von Pluralismus geprägte Triest an der Adria. Bernhard Jaumanns italienische Krimi-Trilogie spielt in einem winzigen Bergdorf namens Montesecco in den italienischen Marken, wo jeder jeden kennt. Und nur dort können ihre Geschichten spielen.
von Michaela Hövermann

Rebellen und Verbrecher, international

Im Noir ist das Aufbegehren gegen die als korrupt empfundene Gesellschaft ein Leitmotiv. Die unterschiedlichen Kulturen schimmern aber – aller Globalisierung zum Trotz – auch im Kriminalroman weiter durch.
von Carsten Germis

On the sidewalks of New York

Seine Fotos waren anstößig, halbseiden, verrucht, aber randvoll mit Momenten, die die Schaulust bei den Zeitungslesern geradezu entfachte. Ein Toter auf dem Asphalt, und der Polizist, der ihn erschossen hat, kniet direkt daneben. Weegee bekam sie alle. Auch jene, die den Kulturtod in der Oper bevorzugten, statt sich die Hälse auszurenken.
von Wolfgang Franßen

Londons einsamer Rächer

Vor unterlassener Hilfeleistung, der Manipulation von Beweisen, ja, selbst vor Gewaltanwendung und Körperverletzung schreckt er nicht zurück, wenn sich dadurch ein Täter dingfest machen oder komplett aus dem Verkehr ziehen lässt. Manchmal muss man eben das Falsche tun, weil es – so Luthers Logik – richtig ist.
von Michaela Hövermann

Wo sind sie, die wahren Rebellinnen?

Wie sieht es mit Rebellinnen in der Kriminalliteratur aus? Fallen uns Namen hier ebenso leicht zu, wie bei den Rebellinnen der Zeitgeschichte? Scheint das Krimigenre doch wie geschaffen für alle Arten von Grenzgängern.
von Romy Fölck

Ein junger Meister des Noir aus Japan

»Chotto hen«, ein bisschen verrückt, so beschreiben viele Japaner, die seine Krimis gelesen haben, Fuminori Nakamura. Wer von vielversprechenden Neuentdeckungen im japanischen Noir sprechen will, der kommt an Nakamura nicht vorbei. von Carsten Germis

 

Die erstarrte Wut der rebellischen Steine

Fremdenhass, Folter, Krieg: In seinem polar „Djemila“ (1988) wirft der französische Autor Jean-François Vilar einen verstörenden Blick hinter gepflegte Fassaden und zwingt zur Auseinandersetzung mit einem verdrängten Kapitel der jüngeren französischen Geschichte. von Michaela Hövermann

Ab in die Gosse

Via Frankreich gelangte David Goodis mit seinen Geschichten vom Rande der Gesellschaft zu postexistenzialistischem Ruhm. Seine Leser teilten mit ihm die Whiskymarke und das Wissen darum, dass alle Menschen eine Vergangenheit mit sich herumschleppen, mit der sie klarzukommen versuchen. Einfach weiterleben. Irgendwie. Nur geht das nicht immer. von Wolfgang Franßen