Liebe Leserinnen, liebe Leser,

diesmal fällt mir das Editorial ziemlich kurz aus. Wie sehr der Begriff Noir in den letzten Jahren ausgehöhlt wurde, davon brauchen wir uns lediglich auf den Büchertischen in den Buchhandlungen zu überzeugen. Viele der Autoren im Polar Verlag sind dem Noir zugeneigt. Deswegen bin ich voreingenommen und würde gleich gegen alles loszetern wollen, was sich auf dem deutschen Buchmarkt so als „Noir“ brüstet. Also überlasse ich es lieber unserem Kolumnisten und den verdienten Mitstreitern der Polar Gazette, sich die Frage zu stellen: Wie steht es denn eigentlich um den Noir?

Schon im Titel von Thomas Wörtches Kolumne „Zappenduster“ eher schlecht. Was er nicht nur am Regiogrimmi ausmacht, der sich neuerdings erdreistet, auch Noir sein zu wollen. Sonja Hartl stellt in Domestic Noir – Ärgern über einen Begriff die Frage nach dem Kern hinter dem Marketing. Einen großen Philosophen zitiert Carsten Germis in Hegels Fluch über dem deutschen Noir herbei, um der deutschen Misere beizukommen. Die Story Der letzte Freier stammt diesmal von Frank Göhre und unterstreicht einmal mehr, dass die Erwartungen oftmals spannender als das Geschehen sein können. Und Len Wanner interviewt in dieser Ausgabe Caro Ramsey.

Never give up. Du bist dem Leben sowieso scheißegal, also biete ihm die Stirn, auch wenn du am Ende bist. Ist das Noir? Es gehören schon gute Autoren dazu.

 

Viel Spaß beim Lesen

Ihre

Polar Gazette