Wo sind sie, die wahren Rebellinnen?

von Romy Fölck

Würde man Sie nach Rebellinnen unserer Zeitgeschichte fragen, würden Ihnen sicherlich sofort mehrere Namen einfallen: Jeanne d´arc, George Sand, Simone de Beauvoir, Marie Curie, Marlene Dietrich… Möglicherweise würden Ihnen auch die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer in den Sinn kommen oder die Mitglieder der russischen Punkband »Pussy Riot«, die verhaftet wurden, weil sie mit Sturmhauben an öffentlichen Orten gegen Putin protestieren.

     Aber was macht eine Rebellin zu einer solchen? Ist eine Rebellin jede Frau, die sich übermäßig emanzipiert gibt, gegen ihre Umwelt aufbegehrt, mehr »nein« als »ja« sagt?

     Zieht man das »Lexikon der Rebellinnen« zu Rate – ja, das gibt es tatsächlich – findet man eine Definition des Begriffes. Demnach waren Rebellinnen Frauen,

»die ein ungewöhnliches, aus dem 'Rahmen' fallendes Leben führten, ihrer Idee leidenschaftlich und mit hoher Konsequenz folgten, über den eigenen 'Tellerrand' hinausschauten, große Kompetenz in ihren Tätigkeitsfeldern entwickelten, anderen Frauen und Männern wichtige Anstöße gaben, Grenzgängerinnen waren, für Emanzipation eintraten, rebellisch quer zum jeweiligen Zeitgeist dachten, radikal und widerständig gegenüber den Herrschenden handelten und dies alles auch heute tun, jedenfalls diejenigen, die noch am Leben sind«. (Fußnote 1)

     Nun gut, etwas kompliziert ausgedrückt, birgt diese Definition letztlich nichts Neues.

     Nun ziehen wir den Kreis enger. Wie sieht es mit Rebellinnen in der Kriminalliteratur aus? Fallen uns Namen hier ebenso leicht zu, wie bei den Rebellinnen der Zeitgeschichte? Scheint das Krimigenre doch wie geschaffen für alle Arten von  Grenzgängern.

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