Liebe Leserinnen und Leser,

 

großes Tennis, nicht selten betrachten Literaten ihr eigenes Werk so, wenn sie die Würdigungen im Feuilleton und bei den Lesern entgegennehmen. Landauf, landab sprechen wir schließlich von Literatur, wenn es um Sprache geht. Wen überrascht es da, dass viele Literaten es als Abstieg betrachten, als etwas, für das sie sich eigentlich entschuldigen müssten, wenn sie auf den Gedanken kommen, einen Krimi schreiben zu wollen. Was der hohe Prozentsatz am Markt nun mal verlockend macht. Leichthin wird dabei übersehen, dass jedes Genre so seine eigenen Gesetze hat. Es nicht ausreicht, mal eben 100 Tatorte gesehen und die Ermittler nach Bundesländern aufsagen zu können. Natürlich kennt jeder seinen Chandler, Peace oder Simenon. Und natürlich beherrschen sie alle ihr Handwerk, da dürfte es doch … doch dürfte es!

Über „seriöse“ Literaten, die sich hinabbeugen, wohlwollende Kritiken und die Gefährdung der eigenen Position im prestigeverhandelnden literarischen Feld schreibt Thomas Wörtche in seiner Kolumne „Seitensprünge – wenn Literaten fremdgehen“. Was liegt da näher, als Christoph Peters zu befragen, dem sogar die Ehre der KrimiZeit-Bestenliste zuteilwurde. Carsten Germis, der lange Zeit in Japan gelebt hat, unterhält sich in „Ein "Seitensprung" mit Japans Yakuza“ mit ihm. Gleich zu Anfang rät Sonja Hartl angehenden Kriminalschriftstellern in „Die Tücke des einfach mal“, dass sie vor allem eines tun sollten: Kriminalromane lesen! Dass Franz Dobler diese zu schreiben vermag, wird niemand bezweifeln wollen. In „FALLNER VOR WEIHNACHTEN“ trifft ein Polizist auf seinen dementen, debilen Vater und das Gespenst der Erinnerung.

Scheint dann doch nicht so einfach zu sein, mal eben nach Marktanteilen zu schielen. Es soll ja durchaus vorkommen, dass Leser ein feines Gespür haben. Ihr Urteil ist mitunter gnadenlos. Sie klappen den Versuch, mal eben einen Krimi zu schreiben, nach wenigen Seiten wieder zu. Und nicht selten heißt es dann: Bullshit!

 

Viel Spaß beim Lesen

Ihre

Polar Gazette