Der Durchbruch kam mit "Black and Blue", 1997 (deutsch: "Das Souvenir des Mörders"). Rankin gewann damit Krimipreise, der wirtschaftliche Erfolg folgte – Millionenauflagen in den kommenden Jahren waren die Folge. Auch in Deutschland wurde der Autor nun entdeckt. Fast 20 Jahre lang streifte Rankin durch die Straßen Edinburghs. Rebus ist ein Anarchist, eine Persönlichkeit, die Autoritäten nicht akzeptiert. Er ist der Typ "einsamer Wolf", wie es ihn oft in der Krimiliteratur gibt. Auch als Polizist fällt er aus der Rolle und passt sich nicht an; er ist nicht Teil des Establishments, das alles unter Kontrolle bringen will. Er geht seine eigenen Wege, Mannschaftsspieler ist er nicht. Er ist ein typischer weißer Mann der Arbeiterklasse. Er trinkt zuviel. Er kennt oft nur schwarz und weiß. Doch bei aller Rebellion ist Rebus ein Konservativer. "Er kommt aus einer älteren Generation als ich, und er ist weniger liberal als ich", sagt Rankin.

Mit "Black und Blue" beginnt Rankin von 1997 an auch damit, Realität und Fiktion in seinen Kriminalromanen immer stärker zu mischen. Zuvor arbeitete Rebus in einem erfundenen Polizeirevier und bewegte sich zwar in Edinburgh und Schottland, aber an fiktiven Orten. Jetzt ging er in die Oxford Bar, um Bier zu trinken. Jetzt bewegte er sich durch reale Straßen. Das fiktive Polizeirevier ließ Rankin niederbrennen; auch das neue Polizeirevier, in dem Rebus arbeitet, existiert wirklich. Mit diesem Schritt des Autors schaffte es Rankin, seine Schöpfung Rebus zu einem der beliebtesten Serienhelden der britischen Krimiliteratur zu machen. Wenn die Leser jetzt durch Edinburgh gehen, wandeln sie auf den Spuren ihres Helden. Fernsehverfilmungen trugen weiter dazu bei, Rebus unsterblich zu machen. "Er kann ohne mich weiterleben", sagte Rankin damals und fragte sich, ob auch er ohne Rebus weiterleben könnte.

Schon zu Beginn der Rebus-Serie fällte Rankin eine Entscheidung, die seine Kriminalromane stärker prägt, als er selber wohl erwartet hatte. Anders als andere Detektive in der Geschichte der Kriminalliteratur altert John Rebus. 1987 hat Rankin seine Figur erfunden.  Rebus war damals Anfang 40, ein Mann in den besten  Jahren. 17 Romane und bald 20 Jahre später musste Rebus dann in Rente. Schließlich konnte er nicht bis in sein 70. Lebensjahr weiterermitteln. Rankin verschaffte ihm einen würdigen Abgang: "Exit Music" (deutsch: "Ein Rest von Schuld") erschien 2007. Ein letztes Mal sollte der einsame Wolf Rebus durch die Straßen Edinburghs streifen, ein letztes Mal bringt er dem hierarchischen Polizeiapparat seine Verachtung entgegen.  Er trifft noch einmal den Unterwelt-Boss "Big Ger" Cafferty, mit dem er in all den langen Jahren immer wieder zu tun hatte.

Ende der Serie? Rankin hat nach 2007 wirklich alles versucht, sich von seiner Erfolgsfigur zu trennen. Nur – die Leser liebten Rebus. Dass Rankin sich mit Malcolm Fox einen überkorrekten, bürokratischen Mann der Internen Ermittlung zum neuen Helden erkoren hat, mag aus seiner Sicht verständlich sein. Bei den Lesern kam Fox nicht einen Bruchteil so gut an wie der knorrige Rebus. Zwei Folgen mit Fox als Hauptfigur gab es bis jetzt, dazu zwei allein stehende Krimis. Der Erfolg blieb weit hinter dem von Rebus zurück.

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