Liebe Leserinnen und Leser,

Komik. Also da können wir doch alle mitreden. Auf nichts versteht der Deutsche sich seit einigen Jahren mehr. Mitunter wird das im Ausland auch als Humor verbucht, wenn es ausnahmsweise nicht brüllend komisch, teutonisch zwischen den Zeilen scheppert. Komik und Krimi. Ja, rufen die Buchhändler, verkauft sich gut. Und nicht selten sind die Cover auch so gestaltet, dass sie einem entgegenspringen. Die Verlage haben gelernt, fleißig voneinander abzukupfern. Und die Autoren? Geht das zusammen? Wo endet der Schenkelklopfer und wo vibriert die feine Ironie? Neben dem Begriff Spannung ist die Komik das am heißesten diskutierte Thema. Doch wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen, nicht jeder Witz zündet und bei der Wiederholung gelingt uns oftmals nur ein müdes Lächeln.

„Was ist denn da komisch?“ bringt Thomas Wörtche in seiner Kolumne das scheinbar Witzige gleich auf den Punkt und findet, Komik ist in der Kriminalliteratur ein Qualitätskriterium. Während Carsten Germis in „Komik ist im Krimi (fast) überall“ sich fragt, müssen Kriminalromane heutzutage möglicherweise komisch sein, um Erfolg zu haben? In „Musterspiele“ geht Sonja Hartl der Sache vor Ort nach.  Eoin Colfer im Vergleich mit  Heinrich Steinfest. Wer ist da komisch, wie sind sie komisch und sind sie im Vergleich auch noch komisch? Wer in „Sara verschwindet“ von Sunil Mann dem Komischen nachgehen will, muss ziemlich hartgesotten sein.  Die Story im Juni kommt eher wie ein Fausthieb daher. Grund genug, bei William McIlvanny nachzufragen, wie das denn so ist, seinen eigenen Büchern nach langer Zeit noch einmal zu begegnen? Marcus Müntefering führte das Gespräch mit ihm.

Spannung, die sich in Gelächter auflöst, um den Schrecken zu mildern? Oder doch lieber der leise Unterton, der alles hinterfragt? Die Leser entscheiden, wie viel Komik sie ertragen. „Wie es euch gefällt“, wusste Shakespeare schon.

Viel Spaß beim Lesen

Ihre

Polar Gazette