Liebe Leserinnen und Leser,

natürlich ist der Mythos der Femme Fatale nicht die erste, der sich überlebt hat, weil die Zeit über ihn hinweggegangen ist.  Der Friedhof mit ehemaligen Heroen des Genres ist riesig. Auch wenn die Femme Fatale sicher in einem rosenumkränzten Mausoleum untergebracht ist. Nachdem alle Revivals über sie hinweggeweht sind, stellt sich die Frage, was uns männliche Leser so an ihr faszinierte. Waren es immer nur die niederen Triebe, die Lust aufs Machtspiel? Umso mehr lohnt sich ein Rückblick zurück.

Thomas Wörtche schlägt den Bogen in seiner Kolumne Fatale Frauen oder Dumm gelaufen bis hin zu Lilith, Circe. Bei Dichtern wie Heinrich Heine oder in Shakespeares Werk. Carsten Germis durchleuchtet in Kawaii, Kawaii die japanische Spielart, die weniger geheimnisvoll, als süß, niedlich und kindlich daherkommt. Und der Film? Der Homebase jeder Femme Fatale mit Erinnerungswert. Sonja Hartl weist in Fatalität des Begehrens – Gefährliche Frauen und hardboiled-Männer daraufhin, dass die Femme Fatale ihren Siegeszug durch die Männerphantasien ohne Zelluloid nicht hätte antreten können. Und was ist mit den Männern? Fühlen sie sich verlassen, nachdem die Femme Fatale nicht mehr salonfähig ist.? In Märchenland ist abgebrannt gehen wir der Frage nach, ob das männliche Geschlecht sich weiter entwickelt hat oder nicht entwicklungsfähig ist. Bei so viel Überhöhung benötigt eine Frau in Wolfgang Schorlauchs Story  Ein wirklich perfekter Mord lediglich ein tränendurchtränktes Kopfkissen und drei Flaschen Pinot Grigio, um klarzustellen, dass ein Mann sterben muss.

Sollten Sie die Femme Fatale vermissen, so finden Sie in den Essays dieser Ausgabe jede Menge Anregungen, wo Sie nachschlagen, in welchen Filmen sie ihr begegnen. Leicht verstaubt, recycelt, aber mit jener Eleganz, die Männer in ihr sehen wollen. Schließlich bleibt es dabei, nur das, was wehtut, lieben wir … oder hieß es, bringt uns um?

Viel Spaß beim Lesen

Ihre

Polar Gazette