Nicht anders als sein Kollege, der melancholische Kommissar Wallander, der in den neunziger Jahren das erste Mal in der kleinen schwedischen Stadt Ystad ermittelte, aber dessen Privatleben eine gleichbedeutende Rolle neben seinen Fällen spielte. Mankell, der einmal gefragt wurde, ob er seinen Protagonisten möge, sagte, dass dies für ihn nicht entscheidend sei. Wichtiger sei, dass die Leser ihn mögen. So ist das also! Dann hat er Kurt Wallander ganz gezielt seinen Lesern auf den Leib geschrieben. Definitiv hatte Mankell ein Gespür für sie. Denn Wallander wurde ein Liebling der skandinavischen Krimilandschaft. Vielleicht, weil er ähnliche Fehler und Schwächen hatte wie seine Leser. Alkoholsucht, eine Midlife Crisis, Übergewicht, depressive Züge. Hauptsache, in seinem Job sorgte er für Gerechtigkeit! Zehn Wallander-Romane legte Henning Mankell vor, es folgten zahlreiche internationale Verfilmungen. Mit »Der Feind im Schatten« feierte Mankell 2010 vorerst einen recht düsteren Abschied von seinem melancholischen Serienhelden. Ein Ruhestand, der eine Lücke hinterließ. Denn nun, 2013, das Comeback. Ab Herbst steht mit »Mord im Herbst« ein neuer Wallander-Roman in den Läden. Konnte Mankell nicht ohne Wallander oder konnten die Leser nicht ohne ihn? Braucht es eigentlich eine Antwort darauf? Wallander ist wieder da und wird wie eh und je auf seine ganz eigene Art und Weise für Gerechtigkeit sorgen.

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