Kriminalkommissar Stefan Soetting ist der Held der Geschichte; ein Held, weil er nicht nur den Mord an Hitler aufklärt, sondern auch die in kurzer Zeit darauf folgenden Morde an anderen Nazi-Größen wie SA-Chef Ernst Röhm, am Gauleiter von Berlin, Joseph Goebbels, und schließlich an Johann Strasser, dem intellektuellen Kopf der Linken in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Aus diesen Morden strickt Ditfurth eine gigantische politische Verschwörungsgeschichte, seinen eigentlichen alternativ-historischen Krimi, der durch den Affektmord an Hitler erst ausgelöst wird.

Hitler wird im November 1932 – die NSDAP hatte erstmals gerade bei einer Reichstagswahl deutlich an Stimmen verloren – im seit der Goethezeit bekannten Hotel Elephant in Weimar mit einer Goethebüste erschlagen. Der Totengräber Deutschlands erschlagen mit einer Büste des Mannes, der für Geist und Humanität stand. Thüringen hatte Ende 1932 bereits einen nationalsozialistischen Ministerpräsidenten. Die Reichsregierung des Herrenreiters Franz von Papen, der Reichskanzler allein von Gnaden des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg ist, und die Reichswehrführung fürchten, dass Hitlers Tod einen Bürgerkrieg auslösen könnte. Kommunistischer Rotfrontkämpferbund und SA, der deutschnationale Stahlhelm und das sozialdemokratische Reichsbanner haben schon in den Jahren zuvor immer wieder aufeinander eingeschlagen. Nazis und Kommunisten waren bewaffnet. Soetting, der als bester Mordermittler Berlins gilt, soll den Mord an Hitler aufklären.

SA-Chef Röhm ist der zweite Naziführer, der in diesem Roman ermordet wird. Er treibt in der Spree, sein abgeschnittenes Geschlechtsteil mit der Eichel voran im Mund. Gerüchte über die Homosexualität Röhms hat es immer schon gegeben; auch 1934, als Röhm und die SA-Führung auf Geheiß Hitlers von der SS wirklich ermordet wurden, spielte das eine Rolle. Carl Schmitt, ein brillanter Rechtswissenschaftler verführt von der Macht, legitimierte die brutale Ermordung Röhms damals in seinem berüchtigten Aufsatz mit dem Titel „Der Führer schützt das Recht.“ Kommissar Soetting hätte unter diesem Recht schon gar nicht mehr ermitteln können. „Erst Hitler, dann Röhm, das ist kein Zufall“, denkt er sich.

Es ist Gregor Strasser, der das Motiv für den Mord an Hitler im Gespräch mit dem Kommissar benennt, ohne es zu ahnen. Kurz darauf ist er das nächste Opfer. Strasser, auch Göring wollten damals in ein Kabinett von Papens als Juniorpartner einsteigen. Hitler lehnte das – hier im Krimi, wie 1932 auch in der Wirklichkeit – kategorisch ab. „Ich lasse mich nicht abspeisen, ich werde mir von diesem Herrn von Papen nichts vorschreiben lassen und auch nicht von diesem General von Schleicher“ – Schleicher war Reichswehrminister zu der Zeit  und galt als Strippenzieher der Politik. „Entweder ich werde Reichskanzler, oder die nationalsozialistische Partei wird die Regierung bis aufs Messer bekämpfen.“ Originalton Hitlers und Motiv für den Mord im Roman.

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