Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Büchse der Pandora. Wehe, wenn sie einer öffnet. Was machen Verlage falsch, was machen sie richtig? Schon bei den ersten Büchern, die überhaupt gedruckt wurden, stellte sich die Frage, wer will das lesen? Als die Menschheit sich ihre Geschichten am Lagerfeuer erzählte, war das einfacher. Sie unterlagen gleich dem Urteil der Zuhörer, die entweder gebannt an den Lippen eines Erzählers hingen, oder ihnen fielen die Augen nach ein paar Minuten zu. von Wolfgang Franßen

Was können Verlage, was will das Lesepublikum?

Die eine Partei sieht „Erfolg“ als Qualitätsmerkmal, die andere hat eine dogmatisch feste Vorstellung von der „reinen Lehre“, die mit Zähnen und Klauen verteidigt werden muss. Danach ist dann die Einschätzung, welche Verlage, was richtigmachen, ganz einfach. von Thomas Wörtche

Gomera – nicht zurück

Der Taxifahrer fuhr über die nächtliche Insel in Richtung Fähranleger, und der Mann saß ruhig auf der Rückbank. Er fühlte sich müde und leer. Er brauchte sich noch nicht zu erinnern. Den Weg über die Insel zum Flughafen war er nur einmal gegangen. Das war dreißig Jahre her und es war Tag gewesen. Das Taxi setzte ihn am Hafen ab. Eine Story von Doris Gercke

Wie geht Buchmarkt 4.0?

Die Zeiten haben sich geändert, auch für die  Krimiautoren dieser Welt.  Das Diktat des Mainstreams in den Verlagen der westlichen Welt, der Siegeszug der E-Bücher und immer stärker auch das Self-Publishing stellen Altbekanntes in Frage. Mancher Autor, auch mancher, der sich am Markt schon lange durchgesetzt hat, orientiert sich deswegen neu. Was Industrieunternehmen ihr "Industrie 4.0" ist, ist ihnen der "Buchmarkt 4.0". Altmeister Lawrence Block in New York ist einer von denen, die wissen, wie er funktioniert. von Carsten Germis

Mehr Risiko!

Wir stecken doch alle ohnehin schon in einer Filterblase. Klar ist es praktisch, dass Google ahnt, dass ich bei dem Suchwort „Playback“ eher den Chandler-Roman als die Tonaufnahmetechnik suche – aber hier ist mir bewusst, dass damit mein Zugang zu Informationen manipuliert ist. Bei Büchern will ich das nicht. Hier will ich das Unverstellte, Unbequeme, Ungewöhnliche. von Sonja Hartl